Der in Berlin geborene DJ, Produzent und Labelbetreiber Ben Klock zählt zweifellos zu einem der stilprägendsten Protagonisten der neueren Technogeschichte. Als Resident-DJ des Berghains konnte er seit der Eröffnung 2004 den speziellen Sound des Clubs nicht nur maßgeblich mitgestalten – der Club formte wiederum auch den DJ- und Produktionsstil von Ben Klock. Mit seinen hypnotischen, schwer groovenden Techno-Sets, seinen Platten auf Ostgut Ton, Bpitch Control, Memo sowie seinem eigenen Label Klockworks, das er 2006 gru?ndete, hat er sich in den vergangenen Jahren einen exzellenten internationalen Ruf erspielt Sein musikalischer Werdegang reicht bis in seine Jugend zurück: Ben lernte früh, Klavier zu spielen und wollte ursprünglich Jazzpianist werden. Steve Reichs „Music For 18 Musicians“ formte zu dieser Zeit sein Verständnis von minimaler Musik.
Die Aufbruchstimmung in der Berliner Clubszene in den frühen neunziger Jahren erfasste ihn dann mit voller Wucht:„Die Achtziger standen für Pop, für eine oberflächlichere Musik. Ich fand es toll, als es dann tiefer ans Eingemachte ging, als die Musik intensiver und körperlicher wurde.” 1994 begann er, in Berliner Clubs zu spielen: Er war Resident- DJ im WMF, Cookies, Delicious Donoughts und Tresor. Zuerst legte er vor allem House auf, mit der Zeit wurden
seine Sets aber immer kraftvoller. Mit der Electroclash-Welle verebbte sein Interesse am Clubleben für ein paar Jahre, er konzentrierte sich in dieser Zeit vorrangig auf seinen Tagesjob als Grafikdesigner. Mit der Eröffnung vom Berghain kehrte seine Leidenschaft um so stärker zurück: “Die Architektur, der Sound: Genau so ist die Musik gemeint. Das Puzzle passte endlich zusammen. Beim Produzieren und beim Plattenkaufen denke ich in den Kategorien ‚Berghain‘ und Panorama Bar‘. Sie sind das Zentrum und die Impulsgeber.“ Seine Produktionen, ob allein oder zusammen mit Marcel Dettmann entstanden, fanden in den letzten Jahren ihren Weg in viele DJ-Plattenkoffer. Sein im Februar 2009 erschienenes Debütalbum “One” auf Ostgut Ton setzt einen vorläufigen Höhepunkt in seinem kreativen Schaffen. Ähnlich wie seine selbst produzierte Musik sind seine Sets geprägt durch einen Technostil, der seine Wurzeln in den Neunziger Jahren hat, aber so heutig klingt wie kaum jemand neben ihm. Dass er dabei ganz selbstverständlich neue und alte Platten miteinander verwebt, ist für ihn
selbstverständlich. Als DJ hat es Ben Klock in den letzten Jahren verstanden, auf die unterschiedlichen Rahmenbedingungen in den Clubs außerhalb Berlins einzugehen: “Meine Entwicklung als DJ wurde in den letzten zwei Jahren dadurch geprägt, dass auf der internationalen Bühne Zweistundensets der Standard sind. Dadurch habe
ich gelernt, auch kürzere, knackige Sets zu spielen, die komprimierter sind und die Energie oben gehalten wird. Nach wie vor sind mir auch die langen Sets sehr wichtig, in denen man eine längere Geschichte erzählen kann. Aber schön ist eben auch, dass man ein bisschen von diesem Gefühl woanders hintragen kann und die Leute manchmal förmlich danach hungern.”
Berlin born DJ, producer and label owner Ben Klock is without a doubt one of the most significant characters in techno’s recent history. A resident at Berghain since its opening in 2004, he has been able to leave his mark on the club’s unique sound, in turn the special space influenced Klock’s approach as a DJ and producer as well.
Playing techno sets full of hypnotic, deep and heavy grooves, releasing records on Ostgut Ton and last but not least the aesthetics of his own label Klockworks (founded in 2006), have earned him an excellent international reputation over the last few years. Supported by stringent and enthralling tracks, remixes for such diverse artists as Kerri Chandler, Martyn or Depeche Mode, the revered debut album “One” on Ostgut Ton and his Berghain mix, Ben Klock’s name is synonymous with the vitalization of an essential definition of techno.
His music is free of crippling nostalgia and rather wins you over with consistency, tension, and dynamics and time and time again with a sensibility, one would usually expect from house music. In this vein, Klock pursues an unexacting fusion of quantum jumps and tradition – including effortless melodies or hook lines. Being able to harmonize this method of industrial austerity, natural musicality and an impressive physicality is Ben Klock’s great art and skill.
And of course his monthly marathon sets at Berghain that escort all what’s being said with pure sound and consistently motivate Ben Klock to skip the trapdoor called routine.